Die Vergleichbarkeit der Kostenseite bei
Investmentfonds wurde ab Februar 2007 durchgängig überzeugender. Schrittweise
gehen die Fondsgesellschaften dazu über, von der Angabe der Verwaltungskosten,
die nur einen Teil der tatsächlich entstehende Kosten erfassen, ihre sog.Total
Expense Ratio (TER) offen zu legen. Mit diesem Begriff werden die sog.
Weichkosten bezeichnet, die früher oft kaum zu eruieren waren. Die TER – zu
deutsch: Gesamtkostenquote – liegt meist zwischen 1,3 % bis 2 % des
Anlagevolumens eines Fonds.
Die Total Expense Ratio greift auf Ebene des Fonds
und enthält Verwaltungsgebühren, wie z.B. für die Fondsgeschäftsführung, das
Portfoliomanagement, Wirtschaftsprüfer und Betriebskosten sowie sonstige
Gebühren wie Depotbankgebühren, jedoch (in Deutschland und der Schweiz) ohne
Transaktionskosten, d.h. die auf Fondsebene beim Wertpapierkauf/-verkauf
entstehenden Kosten, Maklerkosten (Immobilienfonds) und die gesondert
aufzuführenden, erfolgsabhängigen "performance fees".
Durch die Berechnung der TER verbessert sich zwar
die Vergleichbarkeit einzelner Fonds, vollkommene Kostentransparenz ist jedoch
nicht gegeben, da Kosten, die aus Käufen und Verkäufen innerhalb des
Fondsvermögens entstehen (Handelskosten, Courtagen und ggf.
Börsenumsatzsteuern), sowie erfolgsabhängige Vergütungen (performance fees)
nicht enthalten sind. Auch die sonstigen Kosten, wie z.B. Kosten für
Beratungsleistung, Spesen für Anlageausschusssitzungen, finden im Ausweis der
TER keine Berücksichtigung.
Diesem Mangel soll die – allerdings noch nicht sehr
verbreitete - Real Total Expense Ratio (Abkürzung: RTER oder realTER) abhelfen.
Die Real Total Expense Ratio ist eine Kennzahl, welche die Gesamtkostenquote
(Total Expense Ratio) tatsächlich (real) darstellt. Die Formel für die Real
Total Expense Ratio lautet: RTER = TER + Handelskosten + etwaige
Erfolgshonorare + alle etwaigen sonstige Kosten auf Ebene des Fonds.
Fazit: Auf der Kostenseite fragen
Anleger oft nur nach der Höhe des Ausgabeaufschlags und manche machen sogar den
Kauf eines Fonds oft davon abhängig. Nun ist der Ausgabeaufschlag für meine
Kunden wegen des von mir eingeräumten Rabattsystems von etwas untergeordneter
Bedeutung. Auch die TER ist zwar interessant, aber nicht kaufentscheidend.
Anlagethemen der Fonds, ihre Risikostruktur, Renditeperspektive und Volatilität
sind die eigentlichen und ausschlaggebenden Einflussgrößen für die
Anlageentscheidung. Hohe Kosten bei hoher Rendite sind immer noch besser als
niedrige Kosten bei negativer Rendite. Optimal jedoch sind natürlich Fonds
mit geringer Kostenquote und attraktiver Performance, so dass das Augenmerk auf
die Kostenseite bei mir schon seinen Stellenwert hat.