Der informierte Anleger - Gedanken zur Vermögensstrukturierung

 

 

Was bedeutet Vermögensstrukturierung ?

 

„Nicht alles auf ein Karte setzen“, so einfach lässt sich Vermögensstrukturierung zusammenfassen. Etwas fachlicher ausgedrückt meint man damit das Zusammenstellen verschiedener Typen von Investments und die Festlegung unterschiedlicher Gewichtungen dieser Investments in einem Vermögensdepot, das man Portfolio nennt. Durch die Verteilung der Mittel auf mehr als nur eine Einzelanlage oder auch eine Anlageklasse, im Fachjargon Diversifikation genannt, und eine unterschiedliche Gewichtung einzelner Positionen können Marktschwankungen abgefedert werden.

 

Zunächst sollten Sie bei einer Vermögensstrukturierung auf Anlagetypen achten, auf die Sie ohne (oder nahezu ohne) Verlustrisiko jederzeit zugreifen können, die also hoch liquide sind. Es sind dies neben Festgeldanlagen bei Ihrer Bank die sog. Geldmarktfonds. Auch Immobilienfonds sind hierfür bestens geeignet, allerdings nur, wenn Sie in diese ohne Ausgabeaufschlag investieren können ( wie z.B. bei mir).

 

Aktienfonds und Rentenfonds sind den meisten als die wichtigsten Anlageklassen bekannt. Jeder dieser Anlageklassen weist einen bestimmten Risiko- / Chancen-Grad auf.

 

( Über den Begriff des Risikos äußere ich mich unter ganz unterschiedlichen Gesichtspunkten in dem ebenfalls hier eingestellten Beitrag „Risiko“ )

 

Bei Aktien- und Rentenfonds verweisen die Begriffe auf die unterschiedliche Streuungs- und Schwankungsbreite der möglichen Erträge und Verluste. Aktienfonds werden allgemein als risikoreicher angesehen als Rentenfonds, da die Aktienmärkte mitunter eine erhebliche Schwankungsbreite positiver und negativer Kursausschläge aufweisen. Denken Sie nur an den Zeitraum März 2000 bis März 2003 ! Langfristig gesehen sind sie jedoch nicht risikoreicher, haben sie in langen Zeitraumbetrachtungen doch allemal die Rentenfonds auf die Plätze verwiesen.

 

Vermögensstrukturierung und Diversifikation

 

Da die Wertentwicklung von Geldanlagen oft durch die Marktbedingungen bestimmt wird, sollten Sie in einer möglichst großen Zahl von Anlageklassen investiert sein. Damit können Sie von den sich am besten entwickelnden Märkten profitieren. Zugleich schützen Sie sich davor, zu stark in einer bestimmten Anlageklasse investiert zu sein, falls der Markt dieser Anlageklasse sich schlechter entwickelt als andere Märkte. Auch gibt es Anlageklassen, die ein gewisses „Eigenleben“ führen, und sich nicht zwangsläufig dorthin bewegen, wohin sich der Rest des Marktes bewegt ( z.B. Immobilienaktienfonds )

 

Die Form der Diversifikation und damit Ihres Portfolios ist abhängig von Ihren Anlagezielen, Ihrer Risikobereitschaft und Ihrem zeitlichen Anlagehorizont.

 

Vermögensstrukturierung und Anlagehorizont

 

Das Risiko, das Sie als Anleger grundsätzlich oder für einen begrenzten Zeitraum bereit sind zu akzeptieren, hängt menschlich natürlich von Ihrer ganz persönlichen Mentalität ab, fachlich jedoch ganz wesentlich von Ihrem zeitlichen Anlagehorizont. Da sich die Lebensumstände mittlerweile während eines Berufslebens oft mehrfach verändern, wird sich bei vielen Anlegern auch der Anlagehorizont zwischendurch verändern. Grundsätzlich sollten sich Geldanlagen jedoch mit zunehmendem Alter des Anlegers in Richtung auf risikoarme Investments verschieben. Ein Anleger von Anfang bis Mitte 30 wird sinnvollerweise sehr stark in Aktienfonds investiert sein, während ein Anleger am Ende seines Berufslebens eine schrittweise Ausrichtung in Richtung Renten-, Geldmarkt- oder Immobilienfonds bevorzugen wird.

 

Entdecken Sie den Wert eines professionellen Finanzberaters

 

Wenn Sie nicht selbst Experte in Geldanlagen sind, so kann Ihnen ein Finanzberater - vorausgesetzt, er ist es tatsächlich und gibt nicht nur vor einer zu sein - mit seiner Kompetenz und Erfahrung und der Zeit, die er seinem Geschäft und Ihrem Depot widmet eine große Hilfe beim Aufbau und der laufenden Überprüfung Ihres Portfolios sein.

 

Ob er tatsächlich die Bezeichnung eines professionellen Finanzberaters verdient können sie anhand folgender Stichworten prüfen:

 

·        Disziplin

Überwiegend neigen Anleger dazu „Kurs zu halten“, eine langfristige Anlagestrategie zu verfolgen und kurzzeitige Schwankungen „auszusitzen“.

Ein Finanzberater kann dem Anleger helfen, drei ebenso häufig begangene Fehler zu vermeiden:

... die Annahme, auf Dauer erfolgreich die optimalen Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkte feststellen zu können,

... und dann doch eigenartigerweise mit Verlust zu verkaufen, wenn die Kurse über einen längeren Zeitraum nachgegeben haben,

... sowie die Bereitschaft, erst dann wieder einzusteigen, wenn die Kurse erneut richtig schön oben sind.

 

Schauen Sie sich doch einmal das „Psychogramm des geplagten Anlegers“ an, das Sie beim Öffnen meiner website anwählen können. Wenn Sie sich dort nicht erkennen, haben Sie möglicherweise einen guten Finanzberater.

 

·        Portfolioaufbau

Um Ihr Portfolio vernünftig aufzubauen ist es wichtig, dass Sie sich eingehend mit Ihren Anlagezielen und Ihrem Anlagehorizont auseinandersetzen. Ein Finanzberater kann Ihnen von Anfang an helfen, die Gesamtstruktur der Anlageklassen festzulegen – und diese auch künftig immer wieder mit Ihren Wünschen und Marktveränderungen abzustimmen.

·        Ertrags- und Risikoanalyse

Die oft vernachlässigte Komponente bei der Vermögensstrukturierung ist das Verhältnis von Risiko und Ertrag – und wie Sie Ihr Portfolio im Hinblick auf diese Frage ausrichten. Ein guter Finanzberater verfügt heute in der Regel über Hilfsmittel, Ihre Risikobereitschaft auszuloten, und Ihnen bei der Festlegung der Fondstypen, die zu Ihnen passen zur Seite zu stehen.

·        Fondsauswahl

Da die Zahl der Investmentmöglichkeiten und die Komplexität der Finanzmärkte mittlerweile für den „Normalanleger“ verwirrend ist, kann Ihnen ein Finanzberater schließlich auch die Wahl der konkret sinnvollen Fonds erleichtern. Voraussetzung ist jedoch, dass Ihr Ansprechpartner nicht durch Ausschließlichkeitsverträge oder Weisungsgebundenheit gezwungen ist, Ihnen nur bestimmte Fonds bestimmter Gesellschaften anzubieten. Er sollte schon als unabhängiger Berater auf dem Klavier der Möglichkeiten spielen können.

·        Kosten

Ihr Berater muss mit diesem Beruf seinen Lebensunterhalt verdienen. Gönnen Sie ihm daher seine Provision oder sein Honorar, er braucht es, um unabhängig und gut zu sein und zu bleiben.

Gleichwohl sollte ein guter und fairer Berater Ihnen ein hohes Maß an Flexibilität bei der laufenden Anpassung Ihres Portfolios ermöglichen, indem er dafür sorgt, dass ein Tausch von einem Fonds in einen anderen ohne erneuten Ausgabeaufschlag möglich ist. Er verdient dann zwar an einem Tausch keine erneute Provision, aber nur so kann er seinem Anspruch gerecht werden, dass von ihm vorgeschlagene Tauschaktionen in Ihrem Interesse und nicht in seinem erfolgen.

 

Was ist ein Investmentfonds ?

 

Nun habe ich die ganze Zeit über Fonds gesprochen. Natürlich können Sie statt eines Aktienfonds auch Aktien, statt eines Rentenfonds auch Anleihen, und statt eines Immobilienfonds auch Immobilien erwerben.

 

Abgesehen von der Expertise, die Sie dann in der Regel selbst mitbringen müssen, haben die meisten Normalbürger jedoch nicht derart viel Kapital, dass sie mit direkten Wertpapier- und Hauskäufen eine sinnvolle Risikostreuung erreichen könnten.

Daher bietet sich für die meisten Anleger als optimale Alternative der Investmentfonds an. Welche wesentlichen Merkmale kennzeichnen ihn?

 

·        Investmentfonds sind ein sog. Sondervermögen, an dem Sie sich beteiligen können, indem Sie dort Geld einzahlen. Diese Sondervermögen haben Etiketten, auf denen beispielsweise „Vermögensbildungsfonds“, „Deutsche Aktien“, „Europäische Unternehmensanleihen“ oder „ Internationale Biotechnologieaktien“ steht. Sie suchen sich ein Etikett aus, und das Management des Sondervermögens legt Ihr Geld entsprechend dieser Vorgabe an.

·        Wenn Sie Ihr Geld in Investmentfonds investieren, spiegelt sich Ihre Teilhabe im Besitz von Anteilen an diesen Fonds wieder. Die Zahl der Anteile, die Sie besitzen, hängt von der Summe ab, die Sie einzahlen, sowie vom Preis eines Anteils zu diesem Zeitpunkt. Es ist also völlig egal, ob ein Anteilspreis 10 € oder 100 € beträgt. Wenn Sie 1000 € einzahlen, dann haben Sie 1000 € „im Topf“ !. Wenn der Preis eines Anteils 10 € beträgt, dann sind sie eben mit 100 Anteilen beteiligt, beträgt der Preis eines Anteils 100 € dann sind sie mit 10 Anteilen dabei. Egal, ob 10 oder 100 Anteile, sie haben 1000 € im Fonds.

( Anmerkung: Bei dieser vereinfachten Darstellung wurde der Ausgabeaufschlag vernachlässigt )

Jeder Investmentfonds hat ein vorgegebenes Anlageziel, das im Verkaufsprospekt ausführlich beschrieben ist. Beispiele dafür sind Formulierungen wie „langfristiges Kapitalwachstum“, „hohe laufende Einnahmen und Gesamtertrag“, „langfristiger Kapitalzuwachs“ oder „steueroptimierte Einnahmen“. Neben dem Anlageziel wird auch der Anlagestil ausgewiesen, so zum Beispiel mit Begriffen wie „Value“, „Growth“ oder „Sustainability“, die meist schon im Fondsnamen auftauchen.

 

·        Investmentfonds können dem Normalbürger eine höhere Risikostreuung ermöglichen als dies beim Kauf einzelner Aktien oder Anleihen der Fall ist. Ein Fonds investiert entsprechend seinem Etikett in eine Vielzahl von Wertpapieren, an denen der Fondsanleger als sog. Bruchteilsinhaber anteilig beteiligt ist.

 

·        Investmentfonds werden von erfahrenen Fondsmanagern oder Teams von Fondsmanagern geführt. Sie verfügen über das Wissen und die Informationen, um angesichts der komplexen Finanzmärkte ihre Anlageentscheidungen zu treffen. Sie beobachten Finanzmärkte, analysieren Wertpapiere und besuchen die Unternehmen, in die sie investieren. Sie behalten das wirtschaftliche Umfeld im Auge und beobachten Trends innerhalb der Volkswirtschaften und einzelner Marktbereiche.

 

·        Ein guter Finanzberater sollte die Fondsstrategie, die Ziele und den Anlagestil der von ihm empfohlenen Fonds, aber auch deren historische Wertentwicklung kennen.

 

·        Investmentfonds bieten dem Anleger eine besonders flexible Anlagemöglichkeit. Bereits mit geringen Beträgen ist ein Einstieg möglich, ebenso kann mit geringen Beträgen ein monatlicher Sparplan begonnen werden. Die Fonds stehen daher nahezu allen Einkommensgruppen zur Vermögensbildung offen. Sie können Folgeeinzahlungen vornehmen, Sie können Ihren Sparplan, erhöhen , reduzieren, vorübergehend aussetzen oder stoppen. Sie können von einem Fonds in einem anderen wechseln (hoffentlich ohne Kosten), und damit Ihr Portfolio wechselnden persönlichen Zielen und auch veränderten Marktchancen anpassen.

 

·        Investmentfonds bieten Ihnen schließlich die Möglichkeit, jederzeit Ihr gesamtes Vermögen oder bestimmte Teilbeträge innerhalb weniger Tage wieder auf Ihrem Hausbankkonto zu erhalten, indem Sie Ihr Depot kündigen oder für einen bestimmten Betrag Anteile verkaufen. Schließlich haben Sie auch die Möglichkeit, als Gegenstück zu einem regelmäßigen Sparplan einen regelmäßigen Entnahmeplan festzulegen. Ein guter Finanzberater kann Ihnen auch hier wertvolle Dienste leisten, indem er Ihnen rät, wie Sie rechtzeitig im Hinblick auf einen Entnahmeplan (Stichwort: Zusatzrente) Ihr Portfolio umstrukturieren können.

 

Verstehen Sie, weshalb mich Investmentfonds als Instrument der Vermögensbildung begeistern? Ich hoffe es.

 

Aktualisiert am: 03.01.2005